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Apple Viseion Pro für Messen und Events

Apple Vision Pro für Messen & Events

Apple ist mit der Vision Pro in den VR-Markt eingestiegen und folgt damit seinem bewährten Muster, etablierte Märkte spät, aber mit überlegenen Produkten zu betreten. Aber funktioniert das auch dieses Mal?

Virtual- und Augmented Reality bieten optimale Möglichkeiten zur Präsentation von Produkten und Prozessen – Produktionsabläufe können im 360-Grad-View erlebt, Maschinen im virtuellen Raum von innen und außen betrachtet und verwendet werden. Doch ob sich ein VR-Headset wie die Vision Pro auf dem Markt durchsetzt, hängt aus meiner Sicht entscheidend davon ab, wie gut es auf Messen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Hier geht es weniger um die bemerkenswerte Hardware, sondern um die Usability von Apples Headset. Eigentlich auch eine Stärke, die man Produkten mit dem Apfel nachsagt. Und tatsächlich gibt es zwei Wege um anderen Nutzern einen VR/AR-Showcase auf der VisionPro zu demonstrieren.

Gastmodus: Die Vision Pro für Besucher freigeben

Seit der Einführung von VisionOS 2 ermöglicht Apple die Nutzung der Vision Pro durch Gastbenutzer. Der Account-Inhaber muss das Headset vor jeder Nutzung durch einen Gast freigeben. Nach der Freigabe hat der Gast fünf Minuten Zeit, um das Headset aufzusetzen. Anschließend werden Hände und Augen gescannt, um Gesten, Tracking und Darstellung optimal zu ermöglichen. Diese Daten werden sofort gelöscht, sobald das Headset wieder abgesetzt wird, was den Datenschutz gewährleistet.

Der Gast kann die gewünschte Experience nutzen, wobei die verfügbaren Apps eingeschränkt werden können. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Bildschirm über AirPlay zu spiegeln.

Nutzung ohne Gastfreigabe: Ein riskanter Weg

Die Weitergabe des Headsets ohne Gastfreigabe ist sicher nicht der Weg, den sich Apples Ingenieure gedacht haben, aber ein funktionierender Ansatz. Dafür müssen jedoch Optik-ID und Passcode deaktiviert sein.

Da die Vision Pro auf eine andere Person abgestimmt ist, können Gesten- und Eye-Tracking eingeschränkt sein, und es kann zu Problemen bei der Nutzung kommen. In einigen Fällen ist eine Re-Kalibrierung erforderlich, was das Profil des Account-Inhabers überschreiben kann.
Ein weiteres Manko: Auf dem Frontdisplay wird die Augenpartie des Account-Inhabers angezeigt, was je nach Situation merkwürdig wirken kann.

Knackpunkt dieses Vorgehens, und sicherlich der Grund warum Apple den Gast-Modus ins Leben gerufen hat, ist aber ein anderer. Der Nutzer hat in dieser Variante vollen Zugriff auf alle Apps der VisionPro und die AppleID des Account Inhabers. Durch die deaktivierten Login-Features ist die VisionPro leichte Beute.

Weitere Hürden: Brillen, Batterien und Belastbarkeit

Drei zusätzliche Faktoren schränken beide Varianten weiter ein. Erstens: Die Vision Pro funktioniert nicht optimal für Brillenträger – hier sind entweder Korrekturlinsen von Zeiss oder Kontaktlinsen erforderlich.

Zweitens: Das Headset verfügt über eine externe Batterie ohne interne Pufferbatterie, was bedeutet, dass der Gast nicht nur das Headset, sondern auch die Batterie handhaben muss.

Drittens: Die elegante Glasfront der Vision Pro könnte den rauen Messealltag nicht unbeschadet überstehen. Jeder von uns, der den Messe Alltag kennt, wird sich ausrechnen können wir lange es dauert, bis das Headset seinen ersten Kontakt mit dem Messestand hat.

Fazit

Beide Nutzungswege der Vision Pro sind derzeit für Messen und Veranstaltungen wenig praktikabel. Ein schneller und einfacher Wechsel zwischen verschiedenen Nutzern ist nicht möglich, und die Sicherheit sowie Zugänglichkeit und Empfindlichkeit des Headsets stellen zusätzliche Herausforderungen dar.

Allerdings handelt es sich hierbei um die erste Version der Vision Pro. Es bleibt zu hoffen, dass Apple den Gastmodus in zukünftigen Versionen verbessert und die Hardware robuster gestaltet, um den spezifischen Anforderungen von Messen und Events besser gerecht zu werden.